Die Preisträger v.l.n.r.: Die Wissenschaftler Prof. Dierk Niessing und Prof. Tobias Hirsch (beide Care-for-Rare Science Award 2018) sowie das Ehepaar Dr. h.c. Hans-Werner und Josephine Hector (Bayerischer Stifterpreis 2018)

 

facebook

Der
direkte Weg
zu Ihrer
Spende

pro.movere: Preise an das Ehepaar Hector sowie an die Wissenschaftler Prof. Hirsch und Prof. Niessing

14.12.2018

Die Care-for-Rare Foundation und die Werner Reichenberger Stiftung haben heute mit ihrer gemeinsamen Initiative „pro.movere – mehr bewegen“ erneut zu gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Alten Pinakothek erhielt das Ehepaar Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector den Bayerischen Stifterpreis für ihr vorbildliches philanthropisches Engagement. Der Care-for-Rare Science Award wurde erstmals an zwei Wissenschaftler und ihre Forschungsprojekte zu seltenen Erkrankungen vergeben: an Univ.-Prof. Dr. med. Tobias Hirsch zur Erforschung der „Schmetterlingskrankheit“ und an Prof. Dr. Dierk Niessing zur Erforschung des PURA-Syndroms.

Unter der Schirmherrschaft S.K.H. Franz Herzog von Bayern wurden heute zum sechsten Mal der Bayerische Stifterpreis und der Care-for-Rare Science Award verliehen. Die festliche Preisverleihung fand in der Alten Pinakothek in München statt. Rund 200 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft waren anwesend. Die Initiative „pro.movere – mehr bewegen für München, Bayern und die Welt“ würdigt Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für unsere Gesellschaft, besonders für kranke und benachteiligte Kinder, einsetzen, und ruft gleichzeitig zu mehr bürgerschaftlichem Engagement auf.

Für ihr inspirierendes philanthropisches Engagement erhielt das Ehepaar Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector den Bayerischen Stifterpreis 2018. Das Ehepaar Hector gründete 1995 die H.W. & J. Hector Stiftung in Weinheim. 2008 wurde die Hector Stiftung II ins Leben gerufen. Gemeinsam zählen sie zu den größten Stiftungen Deutschlands und widmen sich unter anderem der Krebs- und Aids-Forschung sowie einer Vielzahl sozialer Projekte, die behinderte Menschen unterstützen. Die Hector Stiftungen engagieren sich außerdem im Bereich Wissenschaft und Bildung durch die Förderung talentierter junger Menschen – insbesondere im MINT-Bereich – und fördern Kunst und Kultur wie durch den maßgeblichen Beitrag zum Neubau der Kunsthalle Mannheim. „Wir haben die Hector Stiftungen aus dem Bedürfnis heraus gegründet, sozial benachteiligte Menschen, Bildung und medizinische Forschung zu fördern. Wir übernehmen Verantwortung“, beschreibt das Ehepaar Hector seine Motivation.

Den Care-for-Rare Science Award teilen sich in diesem Jahr Professor Dr. med. Tobias Hirsch (Universität Münster) und Professor Dr. Dierk Niessing (Universität Ulm und Helmholtz Zentrum München).

Professor Hirsch hat gemeinsam mit einem interdisziplinären Team einen neuen Weg zur Behandlung der Epidermolysis bullosa, einer sehr seltenen genetischen Hauterkrankung, aufgezeigt. Betroffene Kinder werden als „Schmetterlingskinder“ bezeichnet, da ihre Haut so verletzlich ist wie die Flügel eines Schmetterlings; bereits bei leichten Berührungen kommt es zu Blasenbildung und Hautablösung. Hirsch und sein Team konnten bei einem schwerkranken Kind erstmals eine kombinierte Zell- und Gentherapie durchführen und auf diese Weise 80 % der Hautoberfläche heilen. Angesichts dieses ermutigenden Ergebnisses soll nun ein Zentrum zur Stammzell- und Gentherapie etabliert werden. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse über die Mechanismen bei der Regeneration der Haut könnten außerdem bei der Behandlung von brandverletzten Patienten von großem Nutzen sein.

Professor Niessing erhält den Care-for-Rare Science Award 2018 für sein wegweisendes Forschungsprojekt zum PURA-Syndrom, einer sehr seltenen genetischen, vor allem das zentrale Nervensystem betreffenden Erkrankung. Das erst 2014 erkannte PURA-Syndrom ist durch eine neuronale Entwicklungsstörung, epileptische Anfälle sowie Skelett- und Hormonstörungen gekennzeichnet. Weltweit sind bisher nur rund 250 Fälle bekannt. Niessing und sein interdisziplinäres Forschungsteam wollen ein umfassendes Verständnis über die dem PURA-Syndrom zugrundeliegenden Mechanismen erarbeiten, um – im Sinne einer patienten-orientierten Wissenschaft – innovative Therapieansätze zu entwickeln. Dabei arbeiten Niessing und sein Team eng mit der PURA Syndrom Foundation zusammen, einer weltweit engagierten Patientenorganisation.

Ihre Ansprechpartnerin:

Dr. Martha Wildemann

Tel: +49 89 4400-57981
Fax: +49 89 4400-57702