"Long-COVID": In München entsteht Bayerns erste Spezial-Ambulanz für betroffene Kinder und Jugendliche

17.5.2021 — 

Die Kinderkliniken der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) errichten im Rahmen der neu etablierten Munich Child Health Alliance (Munich CHANCE) gemeinsam die bayernweit erste Spezial-Ambulanz für Kinder und Jugendliche, die an „Long-COVID“ leiden. Das Projekt markiert den Beginn einer langfristigen interdisziplinären Zusammenarbeit für Kinder mit seltenen Erkrankungen. Die Care-for-Rare Foundation unterstützt diese wegweisende Initiative und wirbt für eine gesellschaftliche Solidarität mit betroffenen Kindern und ihren Familien.

Auch wenn SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen meist sehr mild oder gar symptomlos verlaufen, leiden immer mehr junge Patientinnen und Patienten an Spätfolgen: Symptome wie chronische Erschöpfung (Fatigue), Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Kreislaufprobleme, Schlafstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite können auch noch Monate nach der Infektion mit dem Corona-Virus auftreten. Mögliche Langzeitfolgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion sind auch Entzündungen im Herzen und den großen und kleinen Blutgefäßen sowie Autoimmunerkrankungen, die jedes Organ betreffen können. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Long-COVID-Fälle bei jungen Menschen möglicherweise zunehmen werden“, prognostiziert Professor Dr. Johannes Hübner, Leiter der Pädiatrischen Infektiologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU in München. „Es gibt einen dringlichen Handlungsbedarf, einerseits für die betroffenen Patienten eine kompetente interdisziplinäre Betreuung zu schaffen, andererseits die vielfältigen Dimensionen dieser neuen Erkrankung zu studieren.“

Angesichts der sehr variablen Krankheitsausprägungen von Long-COVID ist eine spezialisierte, interdisziplinäre und altersgerechte Versorgung betroffener PatientInnen von großer Bedeutung. Das Dr. von Haunersche Kinderspital und das MRI Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen (MCFC) der TUM in der Kinderklinik Schwabing bieten eine Betreuung durch ExpertInnen der einzelnen Spezialabteilungen (insbesondere pädiatrische Infektiologie, Immunologie, Hämatologie, Hämostaseologie, Neurologie, Psychologie, Kardiologie, Nephrologie, Gastroenterologie und Pneumologie). „Die beiden Kinderkliniken in München sind zusammen sehr gut aufgestellt, um Kinder und Jugendliche mit Long-COVID exzellent zu betreuen und darüber hinaus die Ursachen und Wirkmechanismen dieser neuartigen Erkrankung aufzuklären“, betont Professorin Dr. Uta Behrends, Leiterin des MCFC der TUM. „Am MCFC haben wir langjährige Erfahrung mit Fatigue-Erkrankungen nach Virusinfektionen; davon profitieren unsere jungen PatientInnen mit Long-COVID.“

Die Munich Child Health Alliance (Munich CHANCE) unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Christoph Klein am Dr. von Haunerschen Kinderspital verbindet ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen der beiden Universitäten LMU und TUM mit dem Helmholtz Zentrum München und dem Max-Planck-Institut für Biochemie. Dank dieser Zusammenarbeit können nun die klinischen, immunologischen und molekularen Ursachen der Erkrankung mit modernen Techniken interdisziplinär untersucht werden – eine wichtige Voraussetzung, um kranken Kindern in Zukunft eine personalisierte medizinische Versorgung zu ermöglichen. Neben einer umfassenden klinischen Untersuchung erhalten alle PatientInnen in der Long-COVID-Ambulanz die Möglichkeit, an entsprechenden Forschungsprojekten teilzunehmen.

Um eine flächendeckende Versorgung von Kindern mit Long-COVID zu ermöglichen, ist zudem geplant, pädiatrische Telemedizin-Strukturen zu etablieren. Zunächst werden die Kinderkliniken der Metropolregion München beteiligt, perspektivisch soll das Angebot auf ganz Bayern erweitert werden. In diesem Zusammenhang soll auch ein digitales Register von Long-COVID-Patienten etabliert werden.

Die Care-for-Rare Foundation für Kinder mit seltenen Erkrankungen sammelt Spendengelder zur kurzfristigen Anschubfinanzierung dieser neuen Spezial-Ambulanz. Mit den Geldern werden anteilige Kosten für spezialisiertes Personal in den medizinischen Fachdisziplinen sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Untersuchungen an beiden Universitäten gedeckt. Eine langfristige Finanzierung durch öffentliche Geldgeber wird angestrebt.

Spendenkonto Care-for-Rare Foundation:

IBAN: DE93 6305 0000 0000 0035 33  

SWIFT-BIC: SOLADES1ULM
Sparkasse Ulm

Stichwort: Long-COVID

Ihre Ansprechpartnerin:
Anne-Marie Flad

089 4400-57947
annemarie.flad@care-for-rare.org

 

Über die Care-for-Rare Foundation:

Die Care-for-Rare Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die 2009 von Prof. Dr. Christoph Klein und Prof. Dr. Andreas Staudacher im Jahr in Ulm/Donau gegründet wurde. Nach dem Prinzip „erkennen – verstehen – heilen“ widmet sie sich der Erforschung und Behandlung seltener Erkrankungen bei Kindern. Die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sind bei vielen seltenen Erkrankungen immer noch sehr begrenzt. Intensive Forschungsanstrengungen sind dringend nötig, um kleinen Patienten eine Lebenschance zu schenken. Die Care-for-Rare Foundation baut Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Wissenschaften – um dadurch Kindern mit seltenen Erkrankungen zu helfen. Weitere Information erhalten Sie unter www.care-for-rare.org oder per E-Mail: info@care-for-rare.org.

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